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Abfindungsrechner

Berechnen Sie Ihre Netto-Abfindung — mit Vergleich zwischen Regelbesteuerung und Fünftelregelung (§34 EStG).

Nicht Ihr Bruttogehalt: gemeint ist das zu versteuernde Einkommen im Auszahlungsjahr ohne die Abfindung – also nach Werbungskosten, Sonderausgaben und Freibeträgen. Orientierung gibt Ihr letzter Steuerbescheid. Ohne weitere steuerpflichtige Einkünfte: 0.

Beträge in deutscher Schreibweise: 25000 oder 25.000 (Punkt nur als Tausendertrenner), Cent nach einem Komma: 25000,50.

Rechenbeispiel: 25.000 € zu versteuerndes Einkommen, 50.000 € Abfindung

Ledig, Grundtarif 2026, keine Kirchensteuer. Eingegeben wird das zu versteuernde Einkommen ohne Abfindung (25.000 €), nicht das Bruttogehalt.

Regulär Fünftel
Einkommen­steuer auf die Abfindung 17.514 € 14.100 €
Solidaritäts­zuschlag darauf 1,66 € 0,00 €
Netto-Abfindung (Ergebnis des Rechners) 32.484,34 € 35.900,00 €

Nur Einkommensteuer: ESt(75.000) − ESt(25.000) = 20.364 − 2.850 = 17.514 €; mit Fünftelregelung (ESt(35.000) − ESt(25.000)) × 5 = (5.670 − 2.850) × 5 = 14.100 €. Der Vorteil beträgt bei der Einkommensteuer allein 3.414 €, einschließlich Solidaritätszuschlag 3.415,66 €. Mit 0 € zu versteuerndem Einkommen und 80.000 € Abfindung wären es 22.464 € statt 3.165 € Einkommensteuer.

Der Rechner schätzt nach dem Grundtarif 2026 (§32a EStG) und der Formel aus §34 Abs. 1 EStG, die auf dem verbleibenden zu versteuernden Einkommen aufsetzt. Nicht abgebildet: Splittingtarif bei Zusammenveranlagung, Arbeitslosengeld I und andere Leistungen unter Progressionsvorbehalt. Die Fünftelregelung gilt nur, wenn die Abfindung als Entschädigung die Voraussetzungen erfüllt, insbesondere die Zusammenballung im Auszahlungsjahr. Das Ergebnis ist keine Auszahlung laut Gehaltsabrechnung: Seit 2025 behält der Arbeitgeber Lohnsteuer ohne Fünftelregelung ein (Wachstumschancengesetz, BGBl. 2024 I Nr. 108).

Was ist die Fünftelregelung?

Die Fünftelregelung nach §34 Abs. 1 EStG ist eine Steuerermäßigung für außerordentliche Einkünfte — typischerweise Abfindungen, die für mehrere Jahre der Beschäftigung in einem einzigen Steuerjahr ausgezahlt werden. Ohne diese Regelung würde die volle Abfindung im Jahr der Auszahlung versteuert. Wegen der progressiven Einkommensteuer führt das oft zu einer überproportional hohen Belastung. Die Fünftelregelung verteilt die Steuerlast rechnerisch auf fünf Jahre und mildert so den Progressionseffekt.

Konkret berechnet das Finanzamt zunächst die Steuer auf das zu versteuernde Einkommen ohne Abfindung. Dann wird ein Fünftel der Abfindung dazugerechnet und die Steuer auf diesen erhöhten Betrag erneut berechnet. Die Differenz zwischen beiden Werten wird mit fünf multipliziert — das ergibt den Steueranteil, der auf die Abfindung entfällt. Dieser Betrag ist in der Regel deutlich niedriger als bei voller Versteuerung im Jahr der Auszahlung.

Wann lohnt sich die Fünftelregelung?

Die Fünftelregelung lohnt sich besonders, wenn das laufende Jahreseinkommen vergleichsweise niedrig ist und die Abfindung einen großen Sprung im Steuersatz verursachen würde. Bei sehr hohen Bestandseinkommen, die ohnehin schon im Spitzensteuersatz liegen, ist der Effekt geringer — dort gibt es bereits keine spürbare Progression mehr. Liegt das übrige zu versteuernde Einkommen bei 0 € oder unter dem Grundfreibetrag, ist der rechnerische Vorteil oft am größten; Sonderfälle wie ein negatives verbleibendes Einkommen oder Lohnersatzleistungen bildet dieser Rechner nicht ab.

Ob die Fünftelregelung angewendet wird, entscheidet das Finanzamt mit der Einkommensteuererklärung, und nur wenn die Voraussetzungen des §34 EStG vorliegen. Seit 2025 berücksichtigt der Arbeitgeber sie beim Lohnsteuerabzug nicht mehr. Trotzdem hilft eine Vorabkalkulation, um die Netto-Abfindung realistisch einschätzen zu können — etwa für Verhandlungen mit dem Arbeitgeber oder die persönliche Finanzplanung nach dem Ausscheiden.

Häufige Fragen

Wird Sozialversicherung auf die Abfindung fällig?

Nein. Echte Abfindungen für den Verlust des Arbeitsplatzes sind sozialversicherungsfrei. Lediglich Lohnsteuer, Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer fallen an. Voraussetzung: es muss sich um eine echte Entschädigung handeln und nicht um eine verdeckte Lohnzahlung.

Was bedeutet „Zusammenballung von Einkünften"?

Die Fünftelregelung greift nur, wenn die Abfindung in einem einzigen Veranlagungszeitraum (also einem Steuerjahr) zufließt. Wird die Auszahlung auf zwei oder mehr Jahre verteilt, geht der Steuervorteil verloren. Verhandeln Sie deshalb möglichst eine Auszahlung in einer Summe.

Kann ich die Auszahlung ins nächste Jahr verschieben?

In manchen Fällen ja — und das kann sich lohnen. Wenn Sie absehen, dass Sie im Folgejahr ein deutlich niedrigeres Bestandseinkommen haben werden (etwa wegen Selbstständigkeit, Sabbatical oder Renteneintritt), reduziert die Fünftelregelung in dem niedrigeren Steuerjahr die Belastung weiter. Vor einer entsprechenden Vereinbarung mit dem Arbeitgeber sollten Sie sich steuerlich beraten lassen.

Wie wirkt sich Kirchensteuer aus?

Kirchensteuer wird als Prozentsatz auf die Lohnsteuer erhoben — 8 % in Bayern und Baden-Württemberg, 9 % in den übrigen Bundesländern. Die Fünftelregelung reduziert die zugrunde liegende Lohnsteuer und damit indirekt auch die Kirchensteuerbelastung.

Ersetzt dieser Rechner einen Steuerberater?

Nein. Der Rechner gibt eine erste Orientierung anhand des Grundtarifs 2026 und der Standard-Anwendung der Fünftelregelung. Individuelle Konstellationen — Verlustvorträge, Auslandseinkünfte, Lohnersatzleistungen oder Zusammenveranlagung mit Splittingtarif — können das Ergebnis deutlich verändern. Vor wichtigen Entscheidungen empfehlen wir die Beratung durch einen Steuerberater oder eine Lohnsteuerhilfe.

Werden meine Eingaben gespeichert?

Nein. Die Berechnung läuft vollständig in Ihrem Browser. Es werden keine Eingaben an unsere Server übertragen — wir sehen Ihre Einkommensdaten nicht.

Rechtliche Grundlagen

Maßgeblich für die Fünftelregelung ist §34 Abs. 1 und 2 Nr. 2 EStG in Verbindung mit §24 Nr. 1 EStG für Entschädigungen. Voraussetzung ist die Zusammenballung der Einkünfte in einem Veranlagungszeitraum. Der Einkommensteuertarif folgt §32a EStG; in dieser Berechnung verwenden wir den Tarif für 2026 (Grundtarif, Grundfreibetrag 12.348 €, Spitzensteuersatz 42 %, Reichensteuersatz 45 %).

Werbungskosten, Sonderausgaben und außergewöhnliche Belastungen rechnet der Rechner nicht selbst heraus: Sie geben das zu versteuernde Einkommen bereits nach diesen Abzügen ein. Auch Splittingtarif, Doppelbesteuerungsabkommen, Progressionsvorbehalt durch Lohnersatzleistungen oder Verlustvorträge sind nicht abgebildet. Für den Progressionseffekt von Lohnersatzleistungen nutzen Sie bitte ergänzend unseren Progressionsvorbehalt-Rechner.